BlueRay vs. HD-Dvd



  • ~->BlueRay vs. HD-DVD<-~

    Die DVD hat in den vergangenen Jahren die Wohnzimmer erobert und nach und nach die Videorekorder verdrängt. In diesem Jahr soll der nächste Generationswechsel beginnen: Weil DVDs für hochauflösende Filme im HDTV-Format zu wenig Platz bieten, muss ein Nachfolger her - die zueinander nicht kompatiblen Formate Blu-ray und HD-DVD konkurrieren um die Thronfolge. Wenn in den kommenden Monaten die ersten Datenträger, Abspielgeräte und Brenner auf den Markt kommen, beginnt die heiße Phase des Konkurrenzkampfes.

    Blu-ray-Laufwerk von Pioneer

    Inhaltsverzeichnis

    1. Renommierte Konzerne unterstützen Konkurrenzformate
    2. Formatchaos zu befürchten
    3. Kapazität: Blu-ray hat die Nase vorn
    4. Kosten-Vorteil HD-DVD: Keine neuen Maschinen erforderlich
    5. Windows Vista unterstützt HD-DVD
    6. Chinesische Entwicklung der lachende Dritte?

    Um beide Kontrahenten hat sich eine Reihe von großen und renommierten Konzernen geschart. Im Blu-ray-Lager, das Sony anführt, finden sich zum Beispiel Pioneer, Philips, Samsung und Apple. Die HD-DVD unterstützen unter anderem Toshiba, NEC, Microsoft und IBM.

    In der Vergangenheit hatte es immer wieder Annäherungsversuche zwischen den konkurrierenden Fraktionen gegeben: Vor allem der Computer-Hersteller Hewlett Packard bemühte sich immer wieder die verfeindeten Lager an einen Tisch zu bringen, um einen gemeinsamen Standard präsentieren zu können.

    Doch die Versuche, im Sinne der Verbraucher einen gemeinsamen DVD-Nachfolger auf den Markt zu bringen, sind gescheitert. Weil es derzeit vollkommen offen erscheint, wer das Rennen macht, kündigten die Hollywood-Studios Paramount Pictures und Warner bereits an, in diesem Jahr Filme sowohl auf HD-DVD als auch auf Blue-ray-disc (BD) zu veröffentlichen.
    Formatchaos zu befürchten

    Film-Freunde könnte beim Kauf ihre Lieblingsfilms in den kommenden Jahren also ein kleines Formatchaos erwarten, wenn neben DVDs auch noch BDs und HD-DVDs im Regal stehen. Einige Hersteller aus beiden Lagern haben sogar bereits Hybrid-Scheiben angekündigt, auf denen zusätzlich eine DVD-Datenschicht aufgebracht werden soll, um die Scheiben auch zu alten DVD-Playern kompatibel zu machen.

    Dabei erschien eine Einigung auf ein gemeinsames Format bis vor kurzem nicht vollkommen unrealistisch, weil Blu-ray und HD-DVD technisch durchaus einige Ähnlichkeiten aufweisen: Bei beiden Formaten liest ein blau-violetter Laser mit einer Wellenlänge von 405 Nanometern die Daten aus. Wegen der im Vergleich zur konventionellen DVD kleinen Wellenlänge können die Daten deutlich dichter auf die Scheiben geschrieben werden. Unter anderem deshalb passen deutlich mehr Daten auf BD und HD-DVD, obwohl die Nachfolger den gleichen Durchmesser wie eine DVD haben.

    Im Vergleich zu der Kapazität einer Standard-DVD mit 4,7 GB Speicherplatz haben beide Formate deutlich zugelegt: Während auf einer HD-DVD 15 GB Platz finden, passen auf eine BD sogar 25 GB. Wie bei der DVD können Hersteller die Scheiben bei beiden Formaten auch in zwei Schichten beschreiben und somit die Kapazität verdoppeln.
    Kapazität: Blu-ray hat die Nase vorn

    In Sachen Kapazität hat die BD also eindeutig die Nase vorn: Den Vorteil vergrößert zusätzlich die Tatsache, dass es aufgrund des anderen Herstellungsprozesses bei der BD leichter ist weitere Datenschichten aufzubringen. So stellte zum Beispiel TDK im vergangen Jahr schon einen Prototyp vor, auf den 100 GB Daten auf vier Schichten verteilt Platz finden.

    Ob soviel Kapazität für Filme überhaupt erfordlich ist, bleibt jedoch zumindest fraglich: Schließlich passen schon auf eine einschichtige HD-DVD mit 15 GB Speicher dank moderner Videokompression mit H.264 oder dem Microsoft Standard VC-1 bis zu vier Stunden hochauflösendes Filmmaterial.
    Kosten-Vorteil HD-DVD: Keine neuen Maschinen erforderlich

    Während sich die Blue-ray-Jünger insbesondere auf die größere Kapazität berufen, führen die HD-DVD-Anhänger vor allem geringere Produktionskosten ins Feld. Weil die Architektur der HD-DVD stärker an die der DVD angelehnt ist, müssen die alten Produktionsanlagen nur aufgerüstet werden. Zur Fertigung von BDs hingegen müssen die Hersteller komplett neue Maschinen anschaffen.

    Ein wichtiger Unterschied besteht außerdem in den Standards für die interaktiven Menüs, die bei beiden potentiellen DVD-Nachfolgern deutlich hübscher aussehen und mehr Funktionen bieten werden. Blu-ray setzt dabei auf den auf der Programmiersprache Java beruhenden BD-J-Standard. HD-DVD hingegen nutzt iHD, das unter anderem auf der Extensible Markup Language (XML) und JavaScript basiert.
    Windows Vista unterstützt HD-DVD

    Entwickelt wurde iHD von Microsoft. Nicht zuletzt deswegen hat der Softwareriese angekündigt, dass die kommende Windows-Version Vista HD-DVD unterstützen wird. Bei der weltweiten konkurrenzlos großen Verbreitung der Betriebssysteme von Microsoft könnte das ein entscheidender Vorteil im Wettstreit um die DVD-Nachfolge sein.

    Die Blu-ray-Fraktion dagegen hofft auf eine stärkere Verbreitung des eigenen Standards durch die Playstation 3, die im Laufe dieses Jahres mit einem eingebauten Blu-ray-Laufwerk auf den Markt kommen wird. Die Hoffnung ist nicht unbegründet: Schließlich war der Vorgänger PS 2 der meistverkaufte DVD-Player überhaupt und trug nicht unwesentlich zur Verbreitung der Silberlinge als Medium für Filme bei.

    Welches der Formate sich letztendlich durchsetzt, werden wohl die Verbraucher an der Ladenkasse entscheiden. Für High-Tech-Freaks, die zwar sofort einsteigen, aber dabei nicht auf das falsche Pferd setzen möchten, wird es voraussichtlich auch Kombi-Player zu kaufen geben, die beide Formate abspielen.
    Chinesische Entwicklung der lachende Dritte?

    Möglicherweise könnte es aber auch einen lachenden Dritten geben, den derzeit noch kaum jemand auf der Rechnung hat. China entwickelt derzeit einen eigenen HD-DVD-Standard, der Blu-ray und HD-DVD Konkurrenz machen soll. Ob der chinesische Standard allerdings wirklich in den Kampf um die DVD-Nachfolge eingreifen kann, ist fraglich: Die chinesische DVD-Alternative EVD jedenfalls hatte keinen Erfolg.



  • ~->BlueRay vs. HD-DVD<-~

    Die DVD hat in den vergangenen Jahren die Wohnzimmer erobert und nach und nach die Videorekorder verdrängt. In diesem Jahr soll der nächste Generationswechsel beginnen: Weil DVDs für hochauflösende Filme im HDTV-Format zu wenig Platz bieten, muss ein Nachfolger her - die zueinander nicht kompatiblen Formate Blu-ray und HD-DVD konkurrieren um die Thronfolge. Wenn in den kommenden Monaten die ersten Datenträger, Abspielgeräte und Brenner auf den Markt kommen, beginnt die heiße Phase des Konkurrenzkampfes.

    Blu-ray-Laufwerk von Pioneer

    Inhaltsverzeichnis

    1. Renommierte Konzerne unterstützen Konkurrenzformate
    2. Formatchaos zu befürchten
    3. Kapazität: Blu-ray hat die Nase vorn
    4. Kosten-Vorteil HD-DVD: Keine neuen Maschinen erforderlich
    5. Windows Vista unterstützt HD-DVD
    6. Chinesische Entwicklung der lachende Dritte?

    Um beide Kontrahenten hat sich eine Reihe von großen und renommierten Konzernen geschart. Im Blu-ray-Lager, das Sony anführt, finden sich zum Beispiel Pioneer, Philips, Samsung und Apple. Die HD-DVD unterstützen unter anderem Toshiba, NEC, Microsoft und IBM.

    In der Vergangenheit hatte es immer wieder Annäherungsversuche zwischen den konkurrierenden Fraktionen gegeben: Vor allem der Computer-Hersteller Hewlett Packard bemühte sich immer wieder die verfeindeten Lager an einen Tisch zu bringen, um einen gemeinsamen Standard präsentieren zu können.

    Doch die Versuche, im Sinne der Verbraucher einen gemeinsamen DVD-Nachfolger auf den Markt zu bringen, sind gescheitert. Weil es derzeit vollkommen offen erscheint, wer das Rennen macht, kündigten die Hollywood-Studios Paramount Pictures und Warner bereits an, in diesem Jahr Filme sowohl auf HD-DVD als auch auf Blue-ray-disc (BD) zu veröffentlichen.
    Formatchaos zu befürchten

    Film-Freunde könnte beim Kauf ihre Lieblingsfilms in den kommenden Jahren also ein kleines Formatchaos erwarten, wenn neben DVDs auch noch BDs und HD-DVDs im Regal stehen. Einige Hersteller aus beiden Lagern haben sogar bereits Hybrid-Scheiben angekündigt, auf denen zusätzlich eine DVD-Datenschicht aufgebracht werden soll, um die Scheiben auch zu alten DVD-Playern kompatibel zu machen.

    Dabei erschien eine Einigung auf ein gemeinsames Format bis vor kurzem nicht vollkommen unrealistisch, weil Blu-ray und HD-DVD technisch durchaus einige Ähnlichkeiten aufweisen: Bei beiden Formaten liest ein blau-violetter Laser mit einer Wellenlänge von 405 Nanometern die Daten aus. Wegen der im Vergleich zur konventionellen DVD kleinen Wellenlänge können die Daten deutlich dichter auf die Scheiben geschrieben werden. Unter anderem deshalb passen deutlich mehr Daten auf BD und HD-DVD, obwohl die Nachfolger den gleichen Durchmesser wie eine DVD haben.

    Im Vergleich zu der Kapazität einer Standard-DVD mit 4,7 GB Speicherplatz haben beide Formate deutlich zugelegt: Während auf einer HD-DVD 15 GB Platz finden, passen auf eine BD sogar 25 GB. Wie bei der DVD können Hersteller die Scheiben bei beiden Formaten auch in zwei Schichten beschreiben und somit die Kapazität verdoppeln.
    Kapazität: Blu-ray hat die Nase vorn

    In Sachen Kapazität hat die BD also eindeutig die Nase vorn: Den Vorteil vergrößert zusätzlich die Tatsache, dass es aufgrund des anderen Herstellungsprozesses bei der BD leichter ist weitere Datenschichten aufzubringen. So stellte zum Beispiel TDK im vergangen Jahr schon einen Prototyp vor, auf den 100 GB Daten auf vier Schichten verteilt Platz finden.

    Ob soviel Kapazität für Filme überhaupt erfordlich ist, bleibt jedoch zumindest fraglich: Schließlich passen schon auf eine einschichtige HD-DVD mit 15 GB Speicher dank moderner Videokompression mit H.264 oder dem Microsoft Standard VC-1 bis zu vier Stunden hochauflösendes Filmmaterial.
    Kosten-Vorteil HD-DVD: Keine neuen Maschinen erforderlich

    Während sich die Blue-ray-Jünger insbesondere auf die größere Kapazität berufen, führen die HD-DVD-Anhänger vor allem geringere Produktionskosten ins Feld. Weil die Architektur der HD-DVD stärker an die der DVD angelehnt ist, müssen die alten Produktionsanlagen nur aufgerüstet werden. Zur Fertigung von BDs hingegen müssen die Hersteller komplett neue Maschinen anschaffen.

    Ein wichtiger Unterschied besteht außerdem in den Standards für die interaktiven Menüs, die bei beiden potentiellen DVD-Nachfolgern deutlich hübscher aussehen und mehr Funktionen bieten werden. Blu-ray setzt dabei auf den auf der Programmiersprache Java beruhenden BD-J-Standard. HD-DVD hingegen nutzt iHD, das unter anderem auf der Extensible Markup Language (XML) und JavaScript basiert.
    Windows Vista unterstützt HD-DVD

    Entwickelt wurde iHD von Microsoft. Nicht zuletzt deswegen hat der Softwareriese angekündigt, dass die kommende Windows-Version Vista HD-DVD unterstützen wird. Bei der weltweiten konkurrenzlos großen Verbreitung der Betriebssysteme von Microsoft könnte das ein entscheidender Vorteil im Wettstreit um die DVD-Nachfolge sein.

    Die Blu-ray-Fraktion dagegen hofft auf eine stärkere Verbreitung des eigenen Standards durch die Playstation 3, die im Laufe dieses Jahres mit einem eingebauten Blu-ray-Laufwerk auf den Markt kommen wird. Die Hoffnung ist nicht unbegründet: Schließlich war der Vorgänger PS 2 der meistverkaufte DVD-Player überhaupt und trug nicht unwesentlich zur Verbreitung der Silberlinge als Medium für Filme bei.

    Welches der Formate sich letztendlich durchsetzt, werden wohl die Verbraucher an der Ladenkasse entscheiden. Für High-Tech-Freaks, die zwar sofort einsteigen, aber dabei nicht auf das falsche Pferd setzen möchten, wird es voraussichtlich auch Kombi-Player zu kaufen geben, die beide Formate abspielen.
    Chinesische Entwicklung der lachende Dritte?

    Möglicherweise könnte es aber auch einen lachenden Dritten geben, den derzeit noch kaum jemand auf der Rechnung hat. China entwickelt derzeit einen eigenen HD-DVD-Standard, der Blu-ray und HD-DVD Konkurrenz machen soll. Ob der chinesische Standard allerdings wirklich in den Kampf um die DVD-Nachfolge eingreifen kann, ist fraglich: Die chinesische DVD-Alternative EVD jedenfalls hatte keinen Erfolg.


 

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